Behandlungszentrum Vogtareuth


Behandlungszentrum Vogtareuth
Klinik für Kinderorthopädie

Chefarzt: Dr. Sean Nader

Arztbericht vom 01.02.2008

Diagnose:             Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremitäten

Therapie:              intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung, orthopädietechnische Neuversorgung unter tgl.
                              ärztlicher Kontrolle und mit krankengymnastischer Austestung

Die stationäre Aufnahme erfolgt zur intensiven Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung einerseits, anderseits zur Orthoprothesenversorgung bei Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremität.

Anamnese:
Die Mutter berichtet, dass die Lagerungsschälchen für die Füße in letzter Zeit nichts mehr gebracht hätten. Lea würde auf dem Po vorwärts rutschen und versuchen, sich an Gegenständen hochzuziehen, um für kurze Momente gehalten zu stehen; das frei Sitzen ist seit dem 10. Monat möglich.
Demnächst ist eine dauerhafte Implantation von Paukenröhrchen geplant, da bei Lea ständig ein Erguß vorläge und dadurch das Hörvermögen, konsekutiv das Sprachvermögen eingeschränkt sei.
Bei Lea besteht eine deutlich erhöhte Infektanfälligkeit mit gehäuften Brochitiden.
Allergien sind bisher nicht bekannt.
Medikamente: Seit Ende November 2007 1 x täglich Singulair, 2x täglich Mucosolvan wegen des derzeit bestehenden Infektes sowie Inhalationen mit Kochsalzläsung und Salbutamol.

Bisher wurde nach Vojta geturnt, seit kurzem Bobath sowie Manualtherapie. Die sprachliche Entwicklung scheint etwas verzögert wegen der o.g. Hörproblematik.

Befund:
In Rückenlage zeigt sich die Femurhypoplasie links deutlich stärker als rechts mit einer Differenz von klinisch ca. 6cm. Die Füße sind bds. gut mobil mit Tendenz zur Knickfußstellung. Die Hüften liegen bds. in Abduktions-Außenrotationskontraktur.
Bewegungsausmaße in Rückenlage:
Hüftflexion/-extension in Korrekturstellung rechts 120-20-0°, links 120-70-0°; Abduktion rechts 40°, links 70°, Innen-/Außenrotation rechts 0-0-90°, links 10-0-80°, wobei die Maße auf der linken Seite wegen der Kürze des Oberschenkels sehr schlecht eruierbar sind. Kniegelenksflexion/-extension rechts 120-5-0°, links 120-40-0°.
Die obere Extremität ist frei beweglich und erscheint ohne Verkürzung, die linke Hand steht in leichter Radialabduktion.

Im Sitzen zeigt sich eine großbogige rechtskonvexe thoralcolumbale Seitausbiegung, gut flexibel. Im gehaltenen Stand steht Lea auf dem rechten Fuß, der dabei nach medial abknickt. Der linke Fuß wird kaum belastet und steht in Spitzfuß zum Ausgleich der Längendifferenz.

Therapie und Verlauf:
Bei den vorliegenden Befunden begannen wir sofort mit intensiver Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung. Des weiteren erfolgte alsbals der Abdruck für die OS-Orthese links und sie US-Orthese rechts.
Es erfolgten täglich Druckstellenkontrollen der Orthesenversorgung, wobei mehrere Umbauten zur Optimierung notwendig waren.

Nachdem die Schienenversorgung ärztlich überprüft worden war, die Patientin gut mit der Neuversorgung vertikalisiert werden konnte und die Eltern in die häusliche Weiterversorgung eingewiesen worden waren konnten wir die Entlassung mit passgerechter US-Orthese rechts und OS-Orthese links vornehmen.

Procedere:
Zu Hause sollte die intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung dringend fortgeführt werden, in nächster Zeit dringend spielerische Gangschulung auch und weiterhin Bobath-Therapie.
Die Orthesenversorgung sollte wie stationär gezeigt angelegt werden; wir bitten um ambulante Wiedervorstellung zur klinischen Kontrolle und Orthesenkontrolle bei Nachpassungsbedürftigkeit, spätestens jedoch in 6 Monaten.

Fotoshooting in Vogtareuth:

  

 Lea mit ihren behandelnden Ärzten Hr. Dr. Nader und Fr. Dr. Marx

 

Lea und ihr Orthopädietechniker Michael Reiter-Haringer

Arztbericht vom 08.05.2008

Diagnose:                 Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremitäten

Therapie:                  intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung, orthopädietechnische Schienennachpassung unter tgl. ärztlicher Kontrolle und
                             mit krankengymnastischer Austestung, Ergotherapie

Die stationäre Aufnahme erfolgt zur intensiven Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung einerseits, anderseits zur Orthoprothesenversorgung bei
Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremität.

Anamnese:     Die Mutter berichtet, dass es nach der ambulanten Schienennachpassung weniger Probleme mit der Ferse in der Schiene gab, jedoch sei in den letzten Tagen wieder eine Rötung aufgetreten.
Während der Mutter-Kind-Kur hätte Lea zwar weniger Krankengymnastik gehabt, trotzdem hätte sie dort das Laufen am Gehwägelchen erlernt.
Seit der Einlage der Paukenröhrchen würde Lea in der Sprachentwicklung stark aufholen.

Befund:    Im Vergleich zum Vorbefund zeigt sich links eine deutliche bessere Kniestreckung, F/E 130/20/0°; es zeigt sich keine Zunahme der rechtsthorakalen WS-Verkrümmung

Therapie und Verlauf:     Bei den vorliegenden Befunden begannen wir sofort mit intensiver Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung. Des weiteren erfolgten die Notwendigen Abänderungen an der linken Orthese, wobei die Mutter nochmals in die Anziehtechnik eingewiesen wurde.
Bei der Austestung zeigte sich, dass eine Schuherhöhung links ein deutlich besseres Gangbild erzeugte mit fast ausgeglichenem Beckenstand.

Nachdem die Schienenversorgung ärztlich überprüft worden war, die Patientin gut mit der Modifizierung am Schuh laufen konnte und die Mutter in die häusliche Weiterversorgung eingewiesen worden war, konnten wir die Entlassung mit passgerechter US-Orthese rechts und OS-Orthese links vornehmen.

Procedere:     Zu Hause sollte die intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung dringend fortgeführt werden, ind nächster Zeit dringend spielerische Gangschulung auch und weiterhin Bobath-Therapie.

Dringend raten wir auch zu baldigem Beginn mit Logopädie, um den starken Rückstand möglichst bals aufzuholen.

Die Orthesenversorgung sollte wie stationär gezeigt angelegt werden; wir bitten um stationäre Wiedervorstellung zur klinischen Kontrolle und Orthesenkontrolle bei Nachpassungsbedürftigkeit, spätestens jedoch in 4 Monaten

Arztbericht vom 18.07.2008

 Diagnose:                 Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremitäten

Therapie:                  intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung, orthopädietechnische Schienenneuversorgung unter tgl. ärztlicher Kontrolle und
                                 mit krankengymnastischer Austestung, Ergotherapie

Die stationäre Aufnahme erfolgt zur intensiven Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung einerseits, anderseits zur Orthoprothesenversorgung bei
Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremität.

Anamnese:     Die Mutter berichtet, dass die Schienen bds. nicht mehr passen würden, es würden Druckstellen an den Fersen und am Fußrist bestehen; zwischenzeitlich hätte Lea einen stat. Aufenthalt wegen eines schweren Magen-Darminfektes durchgemacht.

Befund:     Die Oberschenkel-OPS li. kann kaum mehr angezogen werden, sie ist im Oberschenkelbereich zu kurz und deutl. zu eng, auch im Bereich des Fußteiles deutl. zu eng, auf der re. Seite ist ebenfalls das Fußteil massiv zu eng geworden und das Unterschenkelteil zu kurz.
In Rückenlage zeigt sich eine Beinlängendiff. von ca. 3 cm zu Ungunsten der li. Seite.
Bewegungsausmaß in Rückenlage: Hüfte F/E 120-15-0° bds., IRO/ARO 0-0-90° bds., Abduktion gestreckt 40 Grad bds., Kniegelenke F/E 130-20-0° bds., Füße DE/PF re. 35-0-45°, li. 25-0-45°, bds. liegt hier eine Tendenz zum Hackenfuß vor.
Im sitzen zeigt sich eine lotgerechte Aufrichtung der Wirbelsäule.

Therapie und Verlauf:     Bei den vorliegenden klinischen Befunden begannen wir sofort mit intensiver Manualtherapie. Zeitgleich begannen wir mit der orthopädietechnischen Neuversorgung mit US-Orthesen links und OS-OPS rechts, da keine Wachstumsnachpassung mehr möglich war.
Die Versorgung der rechten Seite gestaltete sich komplikationslos, während durch die momentan noch bestehende Kürze des linken Femur die Versorgung des linken Beines äusserst schwierig ausfiel. So musste wegen ständiger Druckstellen im Bereich der Ferse und über der Achillessehne mehrfach ummodelliert werden und die Stellung des Fußteiles verändert werden.
Da sich der Aufenthalt protrahiert zeigte und für die Patientin und Mutter äusserst Nerven aufreibend war, mussten wir aus psychologischen Gründen eine Entlassung über das Wochenende vornehmen.

Es fand nicht nur täglich intensive Krankengymnastik statt, sonderen auch Ergotherapie, wobei der neu angepasste Buggy überprüft wurde.

Nachdem die Schienenversorgung schließlich ärztlich überprüft worden war, krankengymnastich ausgetestet worden war und nach mehreren Modifizierungen stundenweise getragen werden konnte, nahmen wir die Entlassung vor.

Procedere:     Die Schienenversorgung sollte wie stationär besprochen getragen werden, also lediglich stundenweise, dies jedoch steigernd.

Wir bitten um Fortführung von intensiver Krankengymnastik, wobei L. weiterhin regelmäßg hingestellt werden sollte und das Gehtraining intensiv fortgeführt werden sollte.

Wir bitten um stationäre Wiedervorstellung bei Nachpassungsbedarf, spätestens aber in 6 Monaten. Falls es zwischenzeitlich zu neuen Problemen kommt, bitten wir um eine frühere Wiedervorstellung.


Arztbericht vom 18.09.2008


Diagnose:               Femurhypolplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremitäten

Therapien:
              intensive Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung, orthopädietechnische SchienenNach/neuversorgung unter tgl. ärztlicher Kontrolle und mit krankengymnastischer 
                               Austestung, Ergotherapie

Die Vorgeschichte von Lea dürfen wir als bekannt voraussetzen.
Die stationäre Aufnahme erfolgt zur intensiven Manualtherapie zur Kontrakturbehandlung einerseits, anderseits zur Orthoprothesenneu/nachpassung bei Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremität.

Therapie und Verlauf:        Bei den vorliegenden klinischen Befunden begannen wir sofort mit intensiver Manualtherapie. Zeitgleich begannen wir mit der orthopädietechnischen Nach/Neuversorgung (Schuhzurichtung an 2 Paar vorh. Konfektionsschuhen li., 1,5cm, re. Keilabsatz u. Klettverschluss, 1 Paar Orthesenschuhe neu mit Zurichtung li. + 1,5cm, re. Keilabsatz mit medialer verbr. + Klettverlängerung). Links erfolgte die Versorgung in Spitzfuss-Stellung da Lea immer wieder Druckstellen im Bereich des linken Fußes hatte, da dieser in der Orthese verrutschte.
Die Versorgung gestaltete sich trotz mehrerer nötiger Nachbesserungen komplikationslos. Es fand täglich intensive Krankengymnastik sowie Ergotherapie statt.
Nachdem die Schienenversorgung schließlich ärztlich überprüft worden war, krankengymnastisch ausgestestet worden war und nach mehreren Modifizierungen stundenweise getragen werden konnte, nahmen wir die Entlassung vor.

Procedere:     Die Schienenversorgung sollte weiter wie gewohnt getragen werden. Auf besondere Hautpflege an den OS-Innenseiten ist zu achten.
Wir bitten um Fortführung von intensiver Krankengymnastik, wobei das Gehtraining intensiv fortgeführt werden sollte. Wir bitten um stationäre Wiedervorstellung bei Nachpassungsbedarf, spätestens aber in 6 Monaten zur Kontrolle im Intervall.


Arztbericht vom 20.02.2009

Diagnose:               Femurhypolplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom mit multiplen Kontrakturen der unteren Extremitäten, Aorteninsuffizienz II°, Beckenniere links, Z.n. Gaumenspaltenkorrektur

Therapien:
              Klinische Verlaufskontrolle

                                Nachpassung der US-Orthese rechts und OS-Orthese links
                                Intensive Manual- und Ergotherapie, Hilfsmittelüberprüfung

Die stat. Wiederaufnahme erfolgt geplant zur Verlaufskontrolle und Orthesenüberprüfung sowie zur intensiven Manual- und Ergotherapie. Die Vorgeschichte dürfen wir als bekannt voraussetzen.

Anamnese:       Lea ist mit OS-Orthesen links und US-Orthesen rechts versorgt. Sie kann ohne Orthesen mit Unterstützung stehen und mit Orthesen einige Schritte frei laufen. Die Orthesen sind jedoch zu klein und zu eng geworden. Die Mutter berichtet, dass Lea zu Hause anscheinend immer wieder Rückenschmerzen habe. Es wird jeweils 1x/Wo. Manualtherapie durchgeführt sowie regelmäßig zu Hause, 1x/Wo. Bobath und 1x/Wo. Logopädie.
Medikamenteneinnahme: Singulair 4mg 0-0-1. Bisher keine Allergien bekannt.

Befund:        Mit Unterstützung kann Lea stabil laufen. Sie bevorzugt das seitwärts Laufen, kann aber auch vorwärts laufen. Das Gangbild ist dabei unsicher, links läuft sie vermehrt innenrotiert und rollt ungenügend ab. Mit dem vorwärtigen Rollator knickt sie in der Hüftbeugung stark ab.
Die WS zeigt im Stehen frontal eine rechtskonvexe thorakale und linkskonvexe lumbale Verkrümmung, sagittal eine Hyperlordose. Eine Verspannung im lateralen Bereich LWS ist tastbar. Nach Ausziehen der Orthese zeigt sich eine Druckstelle in der linken Leiste, die Zehen stehen bds. über. Auch ist der Autositz zu klein und bewirkt nicht die erforderliche Stabilität. Die oberen Extremitäten sind seitengleich frei beweglich. Der linke Oberschenkel ist eindeutig kürzer als der rechte, insgesamt ist das linke Bein klinisch ca. 4 cm kürzer als das rechte Bein.
Hüftflex./ext. rechts 110-10-0°, links 120-20-0°, IRO/ARO rechts 30-0-50°, links 45-0-50°, Abduktion in Flexion asymmetrisch rechts 40°, links 30°. Knieflex./-ext. bds. 110-20-0°, es zeigt sich eine Bandinstabilität bds., Füße DE/PF bds 20-0-40°.

Therapie u. Verlauf:       Bei den vorliegenden klinischen Befunden begannen wir sofort mit intensiver Manualtherapie. Parallel erfolgte die wachstumsbedingte orthopädietechnische Nachpassung der Orthesen. Die Innenrotation und das Abrollen links wurden verbessert. Ein rückwärtiger Rollator wurde ausgetestet, in dem läuft Lea wesentlich stabiler mit geradem Stand. Im Verlauf trat eine Blutung aus dem linken Ohr auf. Ein anschließendes Pädiatrisches Konsil konnte ein akutes Geschehen ausschließen; die Paukenröhrchen sind offen. Nachdem die Orthesenversorgung schließlich ärztlich überprüft worden war und nach mehreren Modifzierungen auch druckstellenfrei passte, konnten wir Lea am 20.02.09 entlassen.

Procedere / Empfehlungen:       Die Orthesenversorgung sollte weiterhin wie gewohnt getragen werden. Wir bitten um Fortführung der intensiven Manualtherapie mit Dehnungsübung im LWS-Bereich sowie intensiven Gehtraining. Wir bitten mit Vojta Therapie für die Rückenmuskulatur zu beginnen. Wir empfehlen hinsichtlich der Sitzversorgung im Auto ein Rehaautokindersitz und zum Laufen einen rückwärtigen Rollator. Aufgrund der Blutungen aus dem Ohr sollte eine zeitnahe Vorstellung beim Pädiater/HNO-Arzt stattfinden. Die Notwendigkeit einer MRT der Hüften in Narkose wurde mit der Mutter besprochen. Diesbezüglich wurde bereits ein Termin im August vereinbart.