Behandlungszentrum Aschau


Behandlungszentrum Aschau
Orthopädische Kinderklinik

Arztbericht vom 15.11.2006

Diagnose:          Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphiesyndrom mit PFFD bds., Talus vertikalis
                           rechts, Steilstellung des Talus links, Hüft- und Kniebeugekontrakturen,
Kopfschief
                           -lage

Therapie:           Krankengymnastische Austestung, Röntgendiagnostik, Einweisen der Mutter in
                           krankengymnastische Übungsbehandlung, manuelle Therapie sowie Voijta,
                           Anfertigen von Lagerungsschälchen zur Korrektur der Füße

Körperlicher Untersuchungsbefund:
Knapp 0,5 Jahr altes Mädchen, dass einen aufgeweckten Eindruck macht. Der Kopf wird bevorzugt nach links geneigt und rechts gedreht gehalten, es hat sich eine leicht okzipitale Abflachung gebildet, der Unterkiefer ist klein und schmal, die Ohren sitzen sehr tief und sind ebenfalls etwas kleiner angelegt. Wie gut das Hörvermögen ausgebildet ist, wurde versucht auszutesten, konnte aber noch nicht sicher festgestellt werden. Das Sehvermögen erscheint normal. Die obere Extremität ist unauffällig ausgebildet.
Untere Extremität: Deutlich verkürzte OS, links ausgeprägter als rechts. Die Hüften stehen in Beuge- und ARO-Stellung. Die Kniegelenke sind ebenfalls gebeugt. Die Füße stehen in Hackenfußstellung. Man hat den Eindruck, dass man den Taluskopf medial vorspringend tastet. Hüfte B/S rechts 120/40/0, links 120/60/0. Abduktion ca. 70° bds., Adduktion ist bis zur Neutralstellung möglich. IRO/ARO 10/0/90 bds.. Kniegelenk rechts B/S 120/30/0, links 120/50/0. DE/PF im Bereich der Füße rechts 30/0/20, links 40/0/20. Die Extensoren haben sich bereits etwas verkürzt, links ausgeprägter als rechts.

Der neurologische Untersuchungsbefund erscheint unauffällig, Greifreflexe der Hände erloschen, der Füße noch positiv, pathologische Reflexe konnten nicht ausgelöst werden.

Befunde:
Röntgen, untere Extremität, Fuß, bds, 2 Ebenen, Rumpf, Rippstein I vom 14.11.2006:
A.p. Vergrößerung des Talokalkanearwinkels. Auf der Seitenaufnahme Fersenhochstand und Steilstellung des Talus, rechts ausgeprägter als links. Auf der linken Seite scheint es sich um eine korrigierbare Knicksenkfußstellung zu handeln, rechts scheint der Vorfuß im Vergleich zum Talus subluxiert, so dass anzunehmen ist, dass das Navikulare auf dem Talushals steht. Rechts Kalkaneusbodenwinkel 0°, links 13°.

Rippstein I: Obwohl das Kind vorher durch mehrfache Gabe von Saabtropfen entbläht wurde, findet sich eine massive Darmgasüberlagerung, so dass die Anlage der unteren LWS und des Sakrums nicht sicher beurteilt werden kann. PFFD bds., wobei es sich rechts eher um einen Typ B, links um einen Typ D zu handeln scheint. Links ist kein Hüftgelenk angelegt, das proximale Ende des Oberschenkels artikuliert mit de Beckenschaufel. Rechts deutliche Varusverbiegung im OS-Schaft. Ein Kopfkern könnte im Bereich der Pfanne sichtbar sein, dies kann jedoch nicht sicher entschieden werden. Ein Wadenbein ist bds. angelegt.

Verlauf:
Um der Verkürzung der Extensoren entgegen zu wirken, fertigten wir ventral angelegte Gipsschälchen an, die den Vorfuß nach unten korrigieren. In der KG wurde Voijtatherapie zur Verbesserung der Körpersymmetrie sowie Manualtherapie zur Verbesserung der Hüft- und Kniestreckung sowie der Hüftadduktion durchgeführt.

Procedere:
In der KG zu Hause sollten Dehnungsübungen an Hüfte und Knie erfolgen, Kniegelenk in die Streckung, Hüftgelenk in Streckung und Adduktion bds.. Die Füße sollten mit den Gipsschälchen in der Nacht gelagert werden. Diese werden vorraussichtlich ca. 6 Wochen passgerecht sein, dann können am Heimatort neue angefertigt werden. Rechts wird vorraussichtlich später eine operative Fußkorrektur erforderlich, ob sich der linke Fuß mit konservativen Maßnahmen ausreichend verbessern lässt, muss abgewartet werden. Momentan ist bzgl. der Hüftgelenke keine weitere Diagnostik erforderlich, da dies zum jetzigen Zeitpunkt keine anderen therapeutischen Konsequenzen nach sich zieht.

Wir schlagen eine Kontrolluntersuchung in einem halben Jahr vor.

 


Arztbericht vom 27.04.2007

Diagnose:            Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom, linkskonvexe Lumbalskoliose,
                             Hüftbeugekontraktur beidseits, Kniebeugekontraktur beidseits, Talus vertikalis
                             beidseits.

Therapie:             Anfertigung neuer ventraler Gipsschälchen, Krankengymnastik, Ergotherapie,
                             Röntgendiagnostik, Kontrolle Entwicklungsstandes.

Die Anamnese von Lea dürfen wir freundlicherweise als bei Ihnen bekannt voraussetzen. Zweimal pro Woche wird Übungsbehandlung nach Voijta mit Krankengymnastin durchgeführt, zusätzlich täglich zuhause, sowie Manualtherapie.

Körperlicher Untersuchungsbefund:
Spontanlage in Abduktion/Außenrotation der Beine, ausgeprägter Dimpel am rechten OS lateralseitig, die Knie liegen in Beugestellung. Hüfte Beugung/Streckung passiv 120/40/0°bds. soweit dies bei der Menge der Weichteile zu entscheiden ist. Abduktion rechts 40°, links 60° bei gebeugter Hüfte, gestreckt rechts 20°, links 30°. Iro/Aro recht 0/0/90°, links 10/0/90°. Knie: Beugung/Streckung rechts 120/20/0°, links 120/30/0°. DE/PF rechts 0/0/30°, links 10/0/30°. Obere Extremität unauffällig, OA-Länge 12cm bds., UA-Länge 10cm bds. In Bauchlage ist die WS gerade. Die Analfalte verläuft im oberen Anteil asymmetrisch. Seit dem letzten stationären Aufenthalt hat Lea deutliche motorische Fortschritte gemacht. Sie stützt in Bauchlage gut mit den Händen ab, sie sitzt frei und ist sehr aktiv.

Verlauf:
Es wurden neue ventrale Gipsschälchen zur Lagerung der Füße angefertigt. Zuhause sollte weiter die Voijtatherapie und Manualtherapie durchgeführt werden. Wir empfehlen diese Therapie noch durch kraniosakrale Therapie zu ergänzen, auf diese Behandlung hat Lea hier sehr gut angesprochen. Eine Entwicklungskontrolle sollte in 1/2 Jahr erfolgen, um in etwa abschätzen zu können, wann Lea sich vertikalisieren wird. Sollte sich Kea überraschenderweise früher vertikalisieren, bitten wir den Termin zur Kontrolluntersuchung vorzuziehen.

Bzgl. der WS ist ebenfalls in 1/2 Jahr eine Kontrolluntersuchung empfohlen. Bis dahin sollte die Voijtatherapie auch speziell auf die WS ausgerichtet werden, um die Rückenmuskulatur zu kräftigen und die Rumpfstabilität zu fördern.

 


Arztbericht vom 24.10.2007

Diagnose:             Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphiesyndrom, PFFD beidseits Typ B/C rechts, 
                              Typ C links, leichte linkskonvexe Lumbalskoliose, Hüftbeugekontraktur
                              beidseits, Kniebeugekontraktur beidseits.

Therapie:              Krankengymnastik mit Manualtherapie, Bobath, ergotherapeutische Austestung,
                              Röntgendiagnostik.

Die Anamnese von Lea dürfen wir freundlicherweise als bei Ihnen bekannt voraussetzen. Lea ist jetzt 17 Monate alt. Sie robbt und zieht sich mit den Armen vorwärts. Am liebsten rutscht sue jedoch auf dem Gesäß. Sie zeigt noch keine Tendenz sich hochzuziehen. Es wird Vojta und Manuelle Therapie sowie Bobath und kraniosakrale Therapie durchgeführt.

Körperlicher Untersuchungsbefund:
Hüfte B/S rechts 120/40/0°, links 120/60/0° (aufgrund der starken Muskulatur sind die genauen Bewegungsausmaße nicht feststellbar) Abduktion bei gebeugter Hüfte rechts 40°, links 20°, bei gestreckter Hüfte rechts 20°, links 10°. Knie B/S rechts 140/20/0°, links 140/40/0°. DE/PF rechts 20/0/30°, links 20/0/20° nach Aufrichtung des Rückfußes. Beide Füße tendieren zur Knickhackenfußstellung. WS: Leichte linkskonvexe LWS-Skoliose. Am Heimatort wurde im sozialpädagogischen Zentrum Ende Mai eine Entwicklungsverzögerung von ca. 4-6 Monaten festgestellt. Es besteht eine Beinverkürzung links von etwa 3cm.

Befunde:
Röntgen, Rumpf, Wirbelsäule, Ganzwirbelsäule, ap vom 23.10.07:
WS a.p. mit Hüftgelenk bds.: Rechts ist kein sicherer Hüftkopf identifizierbar, die Hüftpfanne ist jedoch angelegt und im Vergleich zur Voraufnahme nicht dysplastischer geworden. Links scheint der OS mit dem Becken zu artikulieren, ein Hüftkopf ist auch auf dieser Seite nicht sichtbar, auch keine Hüftpfanne.
Linkskonvexe Lumbalskoliose von 20°. rechtskonvexe Thorakalskoliose von 16° nach Cobb, somit in beiden Etagen Verbesserung zum Vorbefund (thorakal 19°, lumbal 27°).

Verlauf:
Es wurde KG und Ergotherapie durchgeführt und die Therapie mit der Mutter abgesprochen.

Procedere:
Wir empfehlen wenn möglich die Voijtatherapie weiter zu führen, da die sich offensichtlich auf die Entwicklung der WS positiv ausgewirkt hat, zusätzlich Manualtherapie zum Erhalt der Gelenkbeweglichkeit der unteren Extremität. Im Förderzentrum erfolgt allgemin Förderung des Kindes. Eine Wiedervorstellung hier empfehlen wir, wenn sich Lea vertikalisiert, ansonsten in 1/2 Jahr. Die hier angefertigten US-Gipsschälchen sollen in der Nacht zur Korrektur der Füße angelegt werden, da beide Füße noch in die Knickfußstellung tendieren.


 Roentgenbilder